zur Startseite

Facebook Facebook



Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


Adresse:
Währinger Straße 59/2/1
1090 Wien

Beratungszeiten:
Mo. von 9 bis 15 Uhr

Telefonische Auskünfte:
Mo. bis Do.
von 10 bis 12 Uhr

 

zur Sitemap

Spendenkonto:
IBAN: AT293200000005943139 - BIC: RLNWATWW
Suche starten Online Spenden Asyl in Not RSS-Feed

Achtung: NOTRUF ASYL !

Druckansicht öffnen

Anerkannter Flüchtling vor Auslieferung an die Türkei!

Am Samstag, dem 03.01.2009, wurde der von der Schweiz und von Deutschland anerkannte Konventionsflüchtling Mesut Tunç in Österreich aufgrund eines internationalen Haftbefehls der türkischen Behörden festgenommen und sitzt seither in der Justizvollzugsanstalt Wels in Auslieferungshaft.

 
Er hatte Freunde in Wien besucht und befand sich mit seiner ebenfalls asylberechtigten Frau und seinen Kindern in der Westbahn auf der Rückreise in die Schweiz, wo die Familie ihren Wohnsitz hat. Angehörige und Freunde haben sich an Asyl in Not mit der Bitte um Hilfe gewandt.
 
Wegen seiner politischen Aktivitäten für eine linksgerichtete Gruppe (DHKP-C) war Mesut Tunc in der Türkei jahrelang inhaftiert, wurde gefoltert und zu lebenslanger Haft verurteilt. Die türkischen Behörden beschuldigten ihn der Mitgliedschaft in einer „Terrororganisation“ und der Teilnahme an bewaffneten Aktionen, die 1994 stattgefunden haben sollen.
 
Im Jahre 2002 beteiligte er sich am Todesfasten für bessere Haftbedingungen und gegen die Einführung von Isolationszellen. Wegen seines Gesundheitszustandes wurde seine Haft kurzfristig ausgesetzt. Er nützte die Gelegenheit zur Flucht nach Deutschland, beantragte Asyl und wurde vom dortigen Bundesamt als Flüchtling anerkannt.
 
Aus familiären Gründen verlegte er seinen Lebensmittelpunkt im Jahre 2005 in die Schweiz, wo seine Gattin (ebenfalls anerkannter Flüchtling) lebt, und erhielt mit Bescheid vom 29.5.2008 auch dort Asyl.
 
Bemerkenswert ist, dass die Schweizer Behörden ihn im Asylbescheid warnten, „dass die Anerkennung als Flüchtling lediglich für die Schweiz gilt. Unser Land verfügt nur über sehr beschränkte Einwirkungsmöglichkeiten, sollten Sie im Ausland im Rahmen eines Straf- oder Auslieferungsverfahrens behördlichen Maßnahmen ausgesetzt sein.“
 
Mesut Tunc hatte im Asylverfahren aus seinen Fluchtgründen offenbar kein Hehl gemacht, sodaß die Schweizer Behörden mit Recht von derartigen Versuchen des türkischen Regimes ausgehen konnten.
 
Infolge des Todesfastens und der Folterungen ist er weiterhin gesundheitlich eingeschränkt und befindet sich in Behandlung.
 
Ein im deutschen Asylverfahren vorgelegter Befund des Psychosozialen Zentrums des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main bescheinigt ihm eine posttraumatische Belastungsstörung mit andauernder Persönlichkeitsänderung und eine durch das Todesfasten ausgelöste hirnorganische Schädigung (Wernicke-Korsakoff-Syndrom), die ihn ständig hilfsbedürftig macht.
 
Obwohl er als anerkannter Flüchtling gemäß Artikel 33 der Genfer Flüchtlingskonvention nicht in ein Land ausgewiesen werden darf, wo ihm Verfolgung droht, und obwohl Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention das Folterverbot festschreibt, sitzt Mesut Tunc in Auslieferungshaft.
 
Er befindet sich im Hungerstreik. Im Fall seiner Auslieferung in die Türkei erwartet ihn dort die sofortige Inhaftierung und neuerliche Folter. Infolge seiner schlechten Gesundheit bedeutet dies aller Voraussicht nach seinen Tod.
 
Das Vorliegen von Ausnahmeklauseln im Sinne der Konvention (Gefährdung der Sicherheit Österreichs, schwere nichtpolitische Verbrechen u.dgl.), welche die Auslieferung rechtfertigen könnten, wurde von den österreichischen Behörden bisher – soweit aus dem uns bisher vorliegenden Akt ersichtlich – nicht geltend gemacht; auch waren solche Vorbehalte von den deutschen und Schweizer Asylbehörden zu prüfen und nicht von Österreich.
 
Asyl in Not fordert die österreichischen Behörden daher auf, die Genfer Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention (die in Verfassungsrang steht) zu respektieren und sich nicht zu Handlangern des türkischen Verfolgerregimes zu machen.
 
Asyl in Not fordert die österreichische Bundesregierung auf, der türkischen Regierung klar zu machen, dass sie von ihren Kritikern und Gegnern die Finger zu lassen hat, wenn diese in einem europäischen Land Schutz gefunden haben und sich bei uns auf Besuch befinden.
 
Asyl in Not fordert, dass Mesut Tunc unverzüglich aus der Haft entlassen wird und mit seiner Familie in die Schweiz zurückkehren kann.
 
Für die Verhängung der Auslieferungshaft ist die Staatsanwaltschaft Salzburg zuständig. Sie untersteht dem Bundesminister für Justiz. Emails daher bitte an:
 
(z.H. Bundesminister Johannes Hahn)
oder: `minister.justiz@bmj.gv.at`
Kopien bitte an office@asyl-in-not.org
 
Rückfragehinweis:
 
Gülsen Sözen (für die Freunde und Angehörigen), 0660 – 76 17 078
Michael Genner (Obmann von Asyl in Not), 0676 – 63 64 371
 
 
Spendenkonto:
Raiffeisen (BLZ 32000),
Kontonummer 5.943.139, Asyl in Not
 
 
 
 
Facebook Plugin laden
spacer
PfeilRückblick und Ausblick
PfeilSCHEINKINDER, oder:
PfeilJahresrückblick: Asylbilanz
PfeilWeihnachtspunsch, Handy-Aktion, Spendengütesiegel
PfeilKUNSTASYL 09
PfeilKunstAsyl 09
PfeilAUFRUF: Foto-Aktion zum Tag der Menschenrechte
PfeilEin altes Ehepaar
PfeilKunstAsyl
PfeilRECHTSBERATUNG
PfeilSOLIDARITÄT!
PfeilDER KAMPF GEHT WEITER
PfeilWIDERSTAND
Pfeil20. Oktober - das Bündnis wächst weiter
PfeilAsyl in Not begrüßt den Freispruch im Cap Anamur-Prozeß
PfeilDas Bündnis wächst
PfeilKundgebung (20. Oktober 2009)
PfeilGLEICHGESCHALTET !
PfeilHappy end für Liebende
PfeilTod in der Schubhaft
PfeilDer bürgerliche Rechtsstaat
PfeilZweisprachige Ortstafeln für Kärnten/Koroska !
PfeilNach langem Leidensweg:
PfeilGutachterin Anderle
PfeilDas Schlimmste
PfeilFür einen heißen Herbst...
PfeilAmtsenthebung !
PfeilHalbjahresbilanz
PfeilAsylamt Eisenstadt
PfeilWer verschleppt die Asylverfahren? (Teil 2)
PfeilWer verschleppt die Asylverfahren?
PfeilFekter und Folter
PfeilLichterkette - eine kritische Bilanz
PfeilAnzeige gegen die FPÖ
PfeilLICHTERKETTE - letzter Aufruf
PfeilEin Wochenende zum Speiben
PfeilLICHTERKETTE
PfeilStrafanzeige gegen die FPÖ
PfeilLehren aus der Wahl
PfeilEs ist Zeit für eine Lichterkette...
PfeilGraf muß weg
PfeilErster Mai 2009
PfeilMORD VERJÄHRT NICHT
PfeilPeggauer Flüchtlingsfamilie soll abgeschoben werden
PfeilOstern vor zwanzig Jahren...
PfeilCold case: OMOFUMA
PfeilU-Bahn "bettlerfrei" ?
PfeilNeuer Asylantrag nach "STANDARD"-Bericht
PfeilWir trauern um Josef Rohrböck
PfeilRassismus in der Polizei
PfeilBleiberecht von Fekters Gnaden?
PfeilFekters Folterpolizei
PfeilVor dreißig Jahren...
PfeilKomplizenschaft
PfeilRecht muß Recht bleiben
PfeilGEHEIMDIENSTE IN ÖSTERREICH
PfeilMesut Tunc ist frei
PfeilBandion und Kinderrechte
PfeilMesut Tunc

 
Asyl in Not
Asyl in Not

Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien