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Kunstasyl 2008
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Asyl in Not: Zwanzig Jahre Kampf

Vor zwanzig Jahren, im November 1985, gründeten iranische Flüchtlinge und österreichische Künstler das „Unterstützungskomitee für politisch verfolgte Ausländerinnen und Ausländer“. Zehn Jahre später änderten wir den Namen auf „Asyl in Not“.
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Hervorgegangen aus dem Widerstand gegen das Mullahregime, entwickelte sich unser Verein zur führenden Rechtsberatungsstelle für Asylwerber aus allen Ländern. Wir stellen uns den Anspruch, Speerspitze zu sein im Kampf gegen die (in Österreich und Europa) herrschende Asylpolitik. So mancher beamtete Rassist hat unter unserem Druck das Handtuch geworfen; zwei Innenminister, Löschnak und Strasser, ebenso.

Aber wir haben unsere Wurzeln nicht vergessen: Wir waren und sind Feinde des islamischen Faschismus. Heute zeigt er sich von neuem im Iran, wo der Kurdenmörder Ahmadi-Nejad ans Ruder gekommen ist.

Eben hören wir von seinem Plan, die „moralische Verderbtheit der jungen Iraner“ zu bekämpfen, Parties zu verbieten, wo Burschen und Mädchen einander begegnen könnten, und Satellitenschüsseln auszureißen, damit die Menschen im Iran keine „fremden“ Programme („Feindsender“ hieß das bei uns in der Nazizeit) empfangen können:

Nichts fürchten die die Islamofaschisten so sehr wie die Verbreitung der Wahrheit - und den freien Umgang junger Menschen miteinander.

Auch in Afghanistan sitzt der Islamismus – vier Jahre nach der US-Invasion - noch immer fest im Sattel: Eben erst wurde der Schlächter Sayyaf ins Parlament gewählt; Frauen wagen nicht ohne Schleier auf die Straße zu gehen. Attentate auf Mädchenschulen, selbst auf UNO-Mitarbeiterinnen, die den Frauen Unterricht geben, sind an der Tagesordnung. Nichts hassen Islamisten so sehr wie die Bildung: Am Beginn der Konterrevolution in Afghanistan (um 1980) haben die Mudjaheddin in den Dörfern als erstes die Lehrer umgebracht.

Wir vergessen auch nicht unsere Toten. Wir vergessen nicht Said Soltanpour, den iranischen Dichter, unerschrockener Kämpfer gegen Khomeiny wie vorher gegen den Schah – die islamischen Faschisten haben ihn umgebracht. Willi Resetarits widmete ihm ein damals oft gesungenes Lied.

Wir vergessen auch Kyumars nicht; er hatte in der Schahzeit in Österreich gelebt und gehörte zur Tudeh-Partei, zu den moskautreuen Kommunisten, die in selbstmörderischer Verblendung an die „Revolution“ im Iran glaubten und Khomeiny im Kampf gegen die Linken unterstützten – bis sie selber an der Reihe waren. Auch er ist den Islamisten zum Opfer gefallen. Und unzählige andere auch.

Wir vergessen nicht die Gefolterten wie Shahnaz, langjährige Aktivistin der Volksfedayin, eingekerkert unter Khomeiny wie vorher unter dem Schah, ihren Kopf hatten die Islamisten in eine Schädelklemme gepresst, die Spuren sah man noch viele Jahre danach.

Ihr Asylantrag wurde abgewiesen, ein Beamter Walter Ruscher im Innenministerium (der übrigens dort noch heute sein Wesen treibt) schrieb allen Ernstes, ihre Mitgliedschaft bei den Volksfedayin sei nicht erwiesen...

Sie war dann jahrelang illegal, saß in Schubhaft, wir retteten sie durch Proteste. Die Gemeinsame Flüchtlingskommission (GFK) – ein von Asyl in Not initiierter Zusammenschluß von NGOs – erkannte sie als Flüchtling an. UNHCR stellte ihr einen Schutzbrief aus, dann endlich erhielt sie in einem zweiten Verfahren Asyl.

Wir vergessen aber auch nicht die unnützen Idioten in Europa wie im Iran, die allen Ernstes vermeinten, wahre Menschenrechte kämen erst durch den Islam; der Schleier schütze die Frauen doch nur vor den lüsternen Blicken der Männer und vor der Verwestlichung, vor dem Verfall ihrer angestammten Kultur; vor allem aber: die Mullah seien Feinde Amerikas, da dürfe man sie nicht angreifen. Man müsse mit ihnen kooperieren.

Solche Leute gibt es auch heutzutage, sie sitzen in allzu vielen Plattformen und versuchen uns einzureden, wer den Islam kritisiere, sei ein „Rassist“…

Wir vergessen nicht die ungezählten Frauen, die gepeitscht, gesteinigt, geschlachtet wurden im Iran, in Algerien, in Afghanistan – aus keinem anderen Grund als weil sie frei sein wollten, weil sie leben wollten wie normale Menschen. Wir vergessen auch nicht das tatenlose Zusehen, die faktische Komplizenschaft der „westlichen Demokratien“.

Der iranische Mörderpräsident hat kürzlich eine „Welt ohne Zionismus“ verlangt. Nun, man möge mich nicht falsch verstehen: Ich bin kein Freund des Zionismus; er hat viel Unheil gestiftet, viel Blut vergossen. Aber er ist trotz allem ein örtlich begrenztes Phänomen - in den Auswirkungen, in der Opferzahl nicht entfernt vergleichbar mit dem politischen Islam.

Was wir heute vor allem brauchen, ist eine Welt ohne Mullahs, ohne Einmischungen der Religion in die Politik und ins Leben der Menschen, und nicht zuletzt: eine Welt ohne Herrn Ahmadi-Nejad.

So, und jetzt wenden wir uns wieder der Frau Prokop und ihren Hilfswilligen zu.

Michael Genner
Asyl in Not

Währingerstraße 59
1090 Wien
Tel.: 408 42 10-15, 0676 – 63 64 371
www.asyl-in-not.org

Spendenkonto:

Asyl in Not,
P.S.K., Kontonummer 92.034.400


 Kunst Asyl

  Kunstauktion zu Gunsten von Asyl in Not
Mittwoch, 16. November 2005, 19 Uhr

Semperdepot
(Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien)
Lehárgasse 6, 1060 Wien

Vorbesichtigung: 15. und 16. November 2005, jeweils 10-19 Uhr
(Eingang zur Vorbesichtigung: eine Tür weiter, Lehárgasse 8).

Der Katalog kann bei uns angefordert werden. Die Bilder sind auch online zu sehen:

www.kunstasyl.at

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