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Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


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Hans Breuer, Das andere Österreich

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Mein alter Freund Hans Breuer – Wanderschäfer, Dichter und Sänger – hat für den KZ-Verband auf der Kundgebung „Jetzt Zeichen setzen“ am Heldenplatz am 30. Jänner 2015 eine eindrucksvolle Rede gehalten, die wir hier einem breiteren Publikum bekanntmachen wollen. Lieber Hans, vielen herzlichen Dank!

Michael Genner
www.asyl-in-not.org

Das andere Österreich


Rede von Hans Breuer auf dem Heldenplatz



Ich bin 9 Jahre nach dem Krieg geboren. Für mich ist Österreich ein Naziland. Dieser Staat hat versucht, meine beiden Eltern zu ermorden.
 
Im Kindergarten fiel eine ganze Bande über mich her, weil ich ein asiatisches Mädchen in Schutz nahm. „Du Jud!“ schimpften sie mich. Ich hab damals nicht einmal gewußt, was das heißt. Meine Eltern waren Atheisten und es gab Weihnachtsmann und Osterhase, statt Chanukka oder Schabbes.
 
Am 31. März 1965 bestand ich -als Elfjähriger- darauf, mitzugehen auf die Demonstration gegen den Nazi-Professor Borodajkewycz, der an der Universität sich stolz zu seiner Vergangenheit bekannte.

Auf der Mariahilferstrasse wurde ich Zeuge von lautstarken Auseinandersetzungen. Ich sah Überlebende der Konzentrationslager, die ihre Ärmel hochstreiften und die tätowierten Häftlingsnummern in die Höhe hielten.
 
Ich sah die Korps-Studenten mit HSNS-Emblemen von der Heeres Sport- und Nahkampfschule auf der Jacke. „Euch hat der Hitler vergessen!“ riefen sie und „Hoch Auschwitz – Juden raus!“ Mit Schlagstöcken, Stinkbomben und Stahlruten gingen sie auf die Antifaschisten los.

Einer der Pensionisten, die die Verfolgung überstanden hatten, hieß Ernst Kirchweger. Er war 67 Jahre alt und nicht bei guter Gesundheit. Das hielt ihn aber nicht davon ab, zur Verteidigung der Demokratie auf die Straße zu gehen.

Der 24-Jährige, der ihm einen derartig wuchtigen Faustschlag ans Kinn versetzte, dass er nach hinten und auf die Randsteinkante flog, war polizeibekannt. Günther Kümel war ein trainierter Boxer. Er hatte auf das Parlament geschossen und war an Sprengstoffanschlägen auf die italienische Botschaft beteiligt. Als sein Opfer in einer Blutlacke auf der Straße lag, marschierte Kümel unberührt weiter.

Doch der Richter kam zu der Erkenntnis, dass sich Kümel zwar nicht in einer Notwehrsituation befunden hat, sie sich aber einbildete. Und verurteilte den Täter wegen „putativer Notwehr“ zu zehn Monaten Arrest!
 
 
 
In diesem Nazi-Staat, der Heimat Adolf Hitlers, gab es niemals eine Entnazifizierung.

Die Richter, die Staatsanwälte, die Pfarrer, die Polizisten, ja sogar die Professoren. Sie wurden NIEMALS ausgewechselt. Es gab ja gleich wieder einen neuen Feind. In all diesen Berufsgruppen ist Antisemitismus, Fremdenhass und Rassismus stärker vertreten, als beim einfachen Volk!
 
Und heute sind ihre geistigen Nachfahren am Werk: Heute foltern und töten österreichische Polizisten. Der Staatsanwalt Krone-Wetter stellt Antifaschisten, die sich gegen einen brutalen Überfall verteidigen, auf dieselbe Anklagebank mit den Nazi-Schlägern. Unschuldige – wenn sie zufällig keine Rechtsextremen sind – werden monatelang eingekerkert, Existenzen zerstört, Flüchtlinge in den Tod geschickt.
 
Dieser Staat hat nie aufgehört, eine Brutstätte des Faschismus zu sein.
 
ABER: Es gibt auch das ANDERE ÖSTERREICH! Es gibt junge Richter, die keine Klassenjustiz üben. Junge LehrerInnen, die versuchen, NICHT zu Duckmäusertum zu erziehen. Anständige Polizisten, die rassistische Kollegen zurechtweisen, zumindest bis in die mittleren Ränge.

Es sind WENIGE. VIEL ZU WENIGE. Doch an DIE appellieren wir: Erhebt Eure Stimmen! Setzt ein Zeichen! Macht euch bemerkbar. Auch wenn ihr nicht ZUSTÄNDIG seid. Jeder ist zuständig, wenn Unrecht, wenn Hetze passiert.

Es gibt auch das ANDERE ÖSTERREICH: Einige Taxler haben ein Zeichen gesetzt. Sie transportieren keine Gäste zu dem Nazi-Ball, der in Deutschland nicht denkbar wäre. In Wien habe ich schon erlebt, wie sich eine bunte Schar von Passanten, zwei Jugoslawen, zwei türkische Frauen, ein Student aus Kärnten mit mir gemeinsam zu spontaner Hilfe für einen afrikanischen Flüchtling solidarisiert haben.

Es liegt an uns: Lasst uns aufstehen gegen Hetze, Rassismus und Antisemitismus!

http://www.hansbreuer.com/
 
www.asyl-in-not.org
Online spenden:
http://www.asyl-in-not.org/php/spenden.php

 
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