zur Startseite

Facebook Facebook



Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


Adresse:
Währinger Straße 59/2/1
1090 Wien

Beratungszeiten:
Mo. von 9 bis 15 Uhr

Telefonische Auskünfte:
Mo. bis Fr. von 10 bis 12 Uhr

 

zur Sitemap

Spendenkonto:
IBAN: AT293200000005943139 - BIC: RLNWATWW
Suche starten Online Spenden Asyl in Not RSS-Feed

Happy-end für Ines und Ismaila

Druckansicht öffnen

Sieg beim UVS, Aufenthaltsverbot behoben!

Ismaila aus Gambia kam 1998 nach Österreich und stellte unter einem falschen Namen, mit falschem Herkunftsland (Sierra Leone) einen Asylantrag, der rechtskräftig abgewiesen wurde. Er war nicht abschiebbar, da Sierra Leone ihn nicht aufnahm. Er war ja nicht von dort.


Ismaila wurde von der Pfarre Hernals betreut und faßte dort rasch Fuß. Er war stets hilfsbereit und engagiert. Caritas-Assistentin Ines nahm ihn ihre Familie auf; mittlerweile sind sie ein Paar. Doch die Fremdenpolizei erließ gegen Ismaila ein Aufenthaltsverbot auf fünf Jahre. Begründung: er verschleiere seine Identität.
 
Dagegen erhob ich Berufung und gab (auf Ismailas Wunsch) nun seinen richtigen Namen und sein Herkunftsland Gambia an. Die Sicherheitsdirektion wies meine Berufung sofort ab und verlängerte das Aufenthaltsverbot von fünf auf acht Jahre.
 
Ismaila wollte nicht mehr Versteck spielen. Er ging auf meinen Rat zur Rückkehrhilfe der Caritas, erhielt ein Heimreisezertifikat und kehrte, gemeinsam mit Ines, nach Gambia zurück. Dort heirateten sie und bauten gemeinsam eine Existenz auf. Zum Beispiel importierten sie aus Österreich gebrauchte Fahrräder und Hausrat und verkauften sie in Gambia; Ismaila lieferte mit „Fischtaxis“ Fische ins Landesinnere. Lauter innovative Projekte.
 
Nach einem Jahr kehrte Ines nach Österreich zurück. Es war nicht ihre Absicht, auf Dauer ihre Heimat zu verlassen. Ich beantragte bei der Fremdenpolizei die Aufhebung von Ismailas Aufenthaltsverbot.
 
Begründung: Er verschleiere nicht mehr seine Identität, sondern habe sie von sich aus offen gelegt; und habe nun seit über einem Jahr seine Fähigkeit gezeigt, auf eigenen Füßen zu stehen. Ich legte auch eine Arbeitszusage einer österreichischen Bio-Firma sowie zahlreiche Solidaritätserklärungen österreichischer FreundInnen und der Familie von Ines und Ismaila vor.
 
Die Fremdenpolizei wies meinen Antrag nach langer Wartezeit ab. Die Begründung war haarsträubend skandalös. Ismailas Vorstrafen wären noch nicht getilgt! Ismaila hatte sich nie etwas zuschulden kommen lassen, war nicht vorbestraft, sodaß es auch nichts zu tilgen gab. Ansonsten eine Aneinanderreihung von zusammenhanglosen Textbausteinen, ohne auf meine Argumente nur im geringsten einzugehen.
 
Dementsprechend scharf war meine Berufung, über die zum Glück nicht mehr die Sicherheitsdirektion, sondern der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) zu entscheiden hatte (eine der wenigen positiven Gesetzesänderungen in jüngerer Zeit).
 
Am 29. Juni 2012 fand im UVS Wien die Berufungsverhandlung statt. Ines war als Zeugin geladen und gab über ihr und Ismailas intaktes Familienleben Auskunft. Der UVS-Richter verkündete sofort den Bescheid: „Aufenthaltsverbot aufgehoben!“ Mündliche Begründung: Ismaila habe seine Identität offen gelegt und würde sie daher in Zukunft nicht mehr verschleiern können; seine Ehe mit einer Österreicherin sei aufrecht.
 
Ismaila kann nun bei der österreichischen Botschaft in Gambia einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels als Angehöriger einer Österreicherin stellen. Darauf hat er einen Rechtsanspruch.
 
Wir freuen uns mit Ines und Ismaila und wünschen beiden für die Zukunft viel Glück.
 
Michael Genner
Obmann von Asyl in Not
 
 
„Happy-end“: Reaktionen
 
Zur Aussendung „Happy-end für Ines und Ismaila“ haben wir zwei Leserinnenbriefe erhalten, die wir mit Einverständnis der Autorinnen veröffentlichen.
 
1.)    Ismailas Gattin Ines schreibt uns:
 
Es kann sich niemand, der nicht davon betroffen ist, wirklich vorstellen, was es heisst, dass die Behörde über dein Privatleben entscheidet! Zwei Jahre unseres Lebens verwartet, ohne zu wissen, wie und wo es weitergeht! Ich habe ein Jahr in Gambia, eines der ärmsten Länder in Afrika, mit meinem Mann gelebt und mit ihm gearbeitet.
 
Aber 8 Monate mußten wir jetzt getrennt leben, ich in Österreich, er in Gambia, bevor wir durch die Aufhebung des Aufenthaltverbotes wieder eine gemeinsame Zeit vor uns sehen! Mir ist eine zentnerschwere Last von den Schultern genommen.
 
Ich schwankte zwischen Hoffen und Verzweifeln und auch mein Mann war sehr traurig über diese Situation.
 
Ich habe viele Jahre Erfahrung in Sozialarbeit und politischer Arbeit, d.h. ich kann kämpfen und habe ein starkes Netzwerk! Danke meiner Familie und meinen lieben FreundInnen!
 
Wie geht es erst Menschen, die als Fremde ohne Familie um ihr Recht streiten müssen?
 
Ich bedanke mich daher nicht nur für mich und Ismaila bei "Asyl in Not", besonders bei unserem längjährigen Freund und Weggefährten Michael Genner für seinen unermüdlichen Einsatz (mit gespannter Ruhe und innerer Kraft) !! Ohne ihn wäre mir die Luft ausgegangen.
 
Damit Asyl in Not nicht die "finanzielle Luft" ausgeht, bitte spenden!!
Ines S.
 
 
 
2.)    Elisabeth ., eine enge Freundin von Ines und Ismaila, schreibt uns:
 
Es gibt sie noch - die Wunder mit denen man in unserem Staat fast nicht mehr rechnen kann!

Einige von Euch haben die (endlose) Geschichte des Ehemannes aus Gambia, meiner Freundin Ines, mitverfolgt.

Freitag, den 29. Juni, um 10.04h (ich weiß die Uhrzeit so genau, weil ich bei der Verhandlung dabei war und mir diesen Moment eingeprägt habe) hat ein Richter des unabhängigen Verwaltungssenats, das zu Unrecht bestehende Aufenthaltsverbot ab SOFORT aufgehoben!!!!!

Das heißt, Ismaila darf in einigen Monaten (wenn das Visum da ist) wieder zu uns zurück nach Österreich und weiterhin hier als unbescholtener Mann (der er IMMER war!), einer Arbeit nachgehen und wieder bei seiner österreichischen Familie sein!!!!!

Ich kann Euch gar nicht sagen, WIE froh wir alle sind und welch riesengroße Last von den Schultern abzubröckeln beginnt!!

All das hätten wir nicht geschafft, wenn wir nicht Michael Genner von Asyl in Not an unserer Seite gehabt hätten (und wenn wir uns nicht gegenseitig immer wieder Mut gemacht hätten!) Ihm gebührt der größte Dank!

Wer kann, wird hiermit von mir aufgerufen, dem Verein Asyl in Not zu spenden! Die können JEDEN Cent gebrauchen und wie man an unserer Geschichte sieht, ist das Geld in guten Händen und wird sinnvoll eingesetzt.

Ich danke Euch allen, die Ihr uns auf diesem steinigen Weg begleitet habt. Es hat sich gelohnt und es zeigt (wieder einmal): ES LOHNT SICH ZU KÄMPFEN!!!!!!!! 

In diesem Sinne, hört nicht damit auf und seid Euch Eurer Stärke bewußt!!!

Liebe, sonnige, besonders fröhliche Sommergrüße von

Elisabeth L.
 
Asyl in Not
Spendenkonto 5.943.139
Bankleitzahl  32000 Raiffeisenbank
 
 
 
 
Facebook Plugin laden
spacer
PfeilNeujahrsgrüße
PfeilMikl-Leitner und die Vandalen
PfeilWeihnachten 2012
PfeilHappy end
PfeilKirchenasyl
PfeilRechtsberatung: Unsere Bilanz für 2012
PfeilPetition von Susanne Scholl gegen Abschiebungen nach Tschetschenien
PfeilVERLEITUNG ZUM AUFSTAND
PfeilSpeerspitze und Transmissionsriemen
PfeilSkandal des Jahres
PfeilTag der Menschenrechte, 10. Dezember 2012
PfeilTermine
PfeilTraiskirchner Lagerleiter betreibt FPÖ-Propaganda
PfeilUnterstützungserklärung
PfeilSOLIDARITÄT !
PfeilFlüchtlinge fordern ihr Recht
PfeilProtestaktionen von Flüchtlingen in Deutschland
PfeilKurdenverfolgung im "Rechtsstaat" Türkei
PfeilAsyl in Not empfiehlt den "Augustin"
PfeilAbschlusserklärung der somalischen Flüchtlinge
PfeilGerechtigkeit für somalische Flüchtlinge
PfeilERFOLG DER KUNSTAUKTION
PfeilKUNSTASYL, 8. Oktober 2012, 19 h, Hamakom
PfeilMassenabschiebungen: Welle oder Strom?
PfeilMAMA ILLEGAL
PfeilAktionstage 26.-28. September 2012
PfeilAbschiebung verhindert
PfeilSo absurd ist "DUBLIN":
PfeilDEMONSTRATION
PfeilIm Gedenken an Laurenz Genner
PfeilDEMONSTRATION: Freiheit statt FRONTEX, 13. Juli 2012
PfeilSoll schon wieder ein Kind seinen Vater verlieren?
PfeilEinem Kind wurde der Vater genommen.
PfeilBrief einer jungen Mutter
Pfeil"Furcht und Unruhe"
PfeilEU-Gefängnisrichtlinie
PfeilRechtswidrige Abschiebung nach Mali rückgängig machen!
PfeilZwanzig Jahre Bundesasylamt
PfeilDANCE FOR HUMAN RIGHTS
Pfeil8. Mai - Tag der Befreiung
PfeilWie Österreichs Wirtschaft davon profitiert, dass Asylwerber nicht arbeiten dürfen
PfeilDer Verfassungsgerichtshof stellt fest:
PfeilVom Scheitern einer Abschiebepraxis
PfeilDemo Dank
PfeilWichtige Termine
PfeilKUNDGEBUNG GEGEN ABSCHIEBUNGEN, 19.4.2012
PfeilEin Arbeitsplatz und hundert Menschenleben
PfeilAbschiebung nach Afghanistan
PfeilAsyl für Prokop-Opfer
PfeilHerwig is ka Naam', du haast Fraunz!
PfeilFamilientreffen nach sieben Jahren
PfeilKurzmeldungen aus der Rechtsabteilung
PfeilDublin-Abschiebungen nach Ungarn
PfeilErster März
PfeilNAZIPROPAGANDA
PfeilWIEDERBETÄTIGUNG !
PfeilJetzt Zeichen setzen:
PfeilDanke, Webinger!
PfeilNEUJAHR 2012

 
Asyl in Not
Asyl in Not

Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien