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Islam, Terror, Menschenrechte

Machen wir uns nichts vor. Es gibt einen Terror, der sich vom Islam inspirieren läßt. Einen Terror, der weder gerechte Ziele verfolgt noch gerechte Mittel anwendet; der sich nicht gegen Unterdrücker, sondern gegen Unterdrückte richtet, gegen die Zivilbevölkerung, ohne Ansehen des Glaubens, der Herkunft, der Hautfarbe und der Person.
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Dieser Terror hat nichts mit Freiheitskampf zu tun; er steht völlig in Widerspruch zu Che Guevaras Grundsatz, der Wert der Guerilla bestehe darin, daß sie besser ist als das Bestehende. Dieser Terror ist nicht „individuell“ im Sinne der Anarchisten vergangener Tage, sondern kollektiv, totalitär; er dient nicht der Befreiung, sondern der Unterwerfung des Individuums unter die Herrschaft der Religion. Und es gibt genug Stellen im Koran und in den Hadith, die als Rechtfertigung für Terror, als Rechtfertigung für die Unterdrückung der Frauen – gelinde gesagt: benützbar sind.

Und es gibt Muslime, die sich ehrlich und empört davon distanzieren. Es gibt eine Erklärung der österreichischen Imame, die beruhigend klingt: voll Bekenntnissen zur Demokratie, zur Republik Österreich, zur Gleichstellung der Frauen mit den Männern.

Aber es gibt, auch in Österreich, Imame, die meinen, wenn der Prophet befohlen habe, Ehebrecherinnen zu steinigen und Dieben die Hand abzuschlagen, dann könne man daran nichts ändern, es sei Gottes Wille. Es gibt auch, mitten in Österreich, arrangierte Heiraten, schlimmer noch: Zwangsehen. Und Ehrenmorde.

Es gibt Eltern und ReligionslehrerInnen, die jungen Mädchen am Beginn der Pubertät einreden, sie müssten ihre „Reize“ verhüllen – jungen Mädchen in einem Alter, wo sie lernen sollten, ihre Sexualität zu entfalten und auf gleicher Stufe mit gleichaltrigen Burschen zu verkehren.

Der Islam ist in Österreich seit 1912 eine anerkannte Religion (weil der Kaiser Bosnien besetzt hatte und muslimische Soldaten brauchte, um die Serben zu unterdrücken – aber lassen wir das, es ist lange her). Seit den Siebzigerjahren gibt es die Islamische Glaubensgemeinschaft als Gesprächspartner der staatlichen Behörden. Das ist gut so, es trägt zur Entspannung bei. Es gibt keinen Kopftuchstreit in Österreich, weil die Religionsfreiheit garantiert ist; das ist gut so, die Freiheit der Religion ist ein Menschenrecht.

Ebenso ist es aber ein Menschenrecht, keine Religion zu haben, die Religion zu wechseln, vom Glauben abzufallen. Es ist auch ein Menschenrecht, die Familie zu verlassen, eine neue zu gründen, ohne Familie zu leben, eine andere Art des Zusammenlebens zu suchen; es gibt ein Menschenrecht auf Liebe, auf Sex, und daher auch, deutlich gesagt: ein Menschenrecht auf Ehebruch.

Und es gibt ein Menschenrecht auf politische, antireligiöse, prosexuelle Agitation. Auch an den Schulen. Dazu wird es nötig sein, Jugendgruppen, Jugend-NGOs aufzubauen aus den Reihen der zweiten und dritten Generation.

Darum war es so unglaublich verantwortungslos und skandalös, dass die Gemeinde Wien die Förderungen für „Echo“, ein betont nichtreligiöses und nichtethnisches Vorzeigeprojekt, gestrichen hat - während religiöse Gruppen aus dem Boden schießen wie Schwammerln.

Um es deutlich zu sagen: Wenn eine muslimische Lehrerin in einer österreichischen Schule das Kopftuch trägt und ihren Schülerinnen den religiösen Wert dieses Kleidungsstückes erklärt, dann soll sie das tun, es ist ihr gutes Recht.

Aber wenn diese Lehrerin den Jugendlichen in der Schule von Amts wegen einzureden versucht, dass sie nicht vögeln dürfen, wenn sie nicht verheiratet sind, dann werden wir diese Lehrerin mit nassen Fetzen davonjagen, wir NGOs, denn wir wollen nicht, dass ein so widerlicher, widernatürlicher Unsinn an unseren Schulen verzapft wird.

Wohlgemerkt: Wir NGOs werden das tun. Wir brauchen dazu keinen Staat. Den haben wir 1968 auch nicht gebraucht, als es gegen die katholische Reaktion in Schulen und Universitäten ging.

Familienväter, die die Freiheit ihrer Töchter und Söhne beschneiden, müssen die Härte unserer Gerechtigkeit spüren; religiöse Gruppen, die die Unterordnung des Individuums unter das Kollektiv wollen, ebenso. Freie, aufrechte junge Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben führen, gehen nicht zur al-Kaida. Der Kampf gegen den Terror ist daher auch ein Kampf gegen Familie und Religion.

Michael Genner,
Obmann von Asyl in Not,
Vorstandsmitglied von SOS Mitmensch


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 Buchempfehlung:

  Ayaan Hirsi Ali, „Ich klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen“, Piper Verlag 2004.

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