zur Startseite

Facebook Facebook



Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


Adresse:
Währinger Straße 59/2/1
1090 Wien

Beratungszeiten:
Mo. von 9 bis 15 Uhr

Telefonische Auskünfte:
Mo. bis Fr. von 10 bis 12 Uhr

 

zur Sitemap

Spendenkonto:
IBAN: AT293200000005943139 - BIC: RLNWATWW
Suche starten Online Spenden Asyl in Not RSS-Feed

Menschen, denen wir helfen konnten (3)

Druckansicht öffnen

Teil 3:
„Dublin“-Odyssee eines jungen Afrikaners:
Italien – Deutschland – Italien – Deutschland – Italien - Österreich...

 
Allam Y. stammt aus Darfur im Sudan. Er flüchtete 2003, mit 15 Jahren, zunächst in den Tschad, dann teils zu Fuß durch die Wüste nach Libyen und dann in einem Flüchtlingsboot über das Meer nach Italien. Dort fand er keinen Schutz. Nach ein paar Wochen warf man ihn aus dem Lager raus und drückte ihm ein Schreiben in die Hand: er müsse Italien sofort verlassen.
 
Er lebte dann mit anderen Flüchtlingen in einem Zeltlager bei Foggia, dann bei Syrakus, arbeitete schwarz auf Tomatenplantagen; zweimal sperrte die Polizei ihn ein und forderte ihn erneut auf, das Land zu verlassen. Nach zwei Jahren flüchtete er, nun 17jährig, nach Deutschland weiter.
 
Dort ging es ihm zunächst ganz gut, er stellte in Frankfurt einen Asylantrag, wurde in ein Kinderheim gebracht, hatte endlich ein Dach über dem Kopf, lernte deutsch – aber dann beschlossen die deutschen Behörden, daß Italien für ihn zuständig sei. So sieht es die berüchtigte „Dublin II-Verordnung“ vor.
 
Sie gaben ihm ein Papier, mit dem er (freiwillig und unbegleitet) ins Flugzeug stieg und nach Mailand flog. Aber die italienischen Behörden verweigerten ihm die Einreise und schoben ihn nach Deutschland zurück. Nach 20 Tagen schickten ihn die Deutschen wieder nach Italien, diesmal in Begleitung seiner Heimleiterin. Diesmal ließen ihn die Italiener herein, nahmen ihm sein weniges Geld weg und stellten ihn auf die Straße.
 
Irgendwie schlug er sich wieder nach Foggia durch, wurde nicht ins Lager gelassen, lebte einige Monate bei Syrakus mit anderen Illegalen, 50 Kilometer von der nächsten Stadt, ohne Strom und Wasser. Um Wasser zu holen, mussten sie 40 Minuten gehen. Dort traf ihn die deutsche Reporterin Carmen Te, die einen Dokumentarfilm über Flüchtlinge in Italien drehte. Sie interviewte ihn und gab ihm etwas Geld. Im Oktober 2006 flüchtete er nach Österreich.
 
Sein Asylantrag wurde wegen „Dublin“-Zuständigkeit Italiens zurückgewiesen. Allam kam in Schubhaft, trat in Hungerstreik, Polizisten fesselten ihn an Händen und Füßen mit einem Klebeband und brachten ihn zum Flugzeug. Er bat sie flehentlich, ihn nicht abzuschieben, sie schlugen ihn, er wandte sich verzweifelt an den Flugkapitän. Der weigerte sich, ihn mitzunehmen. Allam wurde in die Justizanstalt Korneuburg gebracht.
 
Die Polizisten sagten aus, er habe sie geschlagen... Allam wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 12 Monaten Gefängnis (vier davon unbedingt) verurteilt. Während der Haft versuchte er zweimal, sich zu erhängen. Der Gefängnisseelsorger, Herr Dvorak, nahm sich seiner an und stellte den Kontakt zu mir her.
 
Allam stellte am Ende der Strafhaft einen neuen Asylantrag, ich übernahm seine Rechtsvertretung und erhob Berufung gegen den neuerlichen Dublinbescheid. Ich beantragte, Carmen Te als Zeugin zu befragen, ihren Film zum Beweis der menschenunwürdigen Zustände in Italien herbeizuschaffen und den italienischen Asylakt aus dem Jahre 2003 anzufordern.
 
Zu meiner freudigen Überraschung gab die Erstaufnahmestelle West der Berufung statt und erließ eine „Berufungsvorentscheidung“: Sie hob also ihren eigenen Bescheid auf. Der „Ermittlungsaufwand“ infolge meiner Anträge sei so groß, daß Österreich doch lieber vom „Selbsteintrittsrecht“ Gebrauch machen wolle...
 
Bald darauf kam es noch besser: Seelsorger Dvorak begleitete Allam zur Einvernahme über seine Fluchtgründe nach Traiskirchen. Mit Bescheid des Bundesasylamtes erhielt Allam im März 2008 Asyl!
 
Michael Genner, Asyl in Not
1090 Wien, Währingerstraße 59
Tel. 408 42 10, 0676 – 63 64 371
 
Spendenkonto:
Raiffeisen, Kontonummer 5.943.139, Asyl in Not
 
Facebook Plugin laden
spacer
PfeilZum Jahreswechsel
PfeilAus der Sicht des Kassiers:
PfeilRassistischer Überfall in der U-Bahn
PfeilJahresrückblick 2008
PfeilPolnisches Gesundheitswesen
PfeilDas ist "Dublin" !
PfeilTag der Menschenrechte
PfeilEU-Kommission: Verbesserungen?
PfeilGPA-djp-Jugend fordert: BLEIBERECHT !
PfeilBuchbesprechung
PfeilAusschreibung
PfeilNichts Neues
Pfeil"AUF DER FLUCHT"
PfeilNovembergedanken
PfeilVöcklabruck: Ärzte verhinderten Abschiebung schwer kranker Tschetschenin
PfeilMichael Genner - 60 Jahre
PfeilAus unserer Arbeit (3)
PfeilAus unserer Arbeit (2)
PfeilAus unserer Arbeit
PfeilAsyl in Not feiert!
PfeilHaiders Tod
PfeilBLEIBERECHTSTAG
PfeilNach der Wahl
PfeilZur Wahl
PfeilFolteropfer abgeschoben !
PfeilKunstAsyl:
PfeilAktion Notruf Asyl
PfeilSolidarität mit Ute Bock!
PfeilBleiberecht - jetzt !
PfeilBleiberecht !
PfeilBleiberecht - für wen?
PfeilKorrektur:
PfeilALARM !
PfeilMenschen, denen wir helfen konnten (2)
PfeilMenschen, denen wir helfen konnten (1)
PfeilUBAS: Verwahrlosung der Judikatur
PfeilArme Tiroler!
PfeilHalbjahresbilanz
PfeilAsyl in Not zum Weltflüchtlingstag (20. Juni)
PfeilBleiberecht: Konferenz
PfeilVerhetzung
PfeilBrand im Asylwerberheim:
PfeilPlatter und der ÖAMTC
PfeilKunstauktionen
PfeilPlatters Uhr
PfeilAsylgerichtshof: COLD CASE
PfeilWir Achtundsechziger (letzte Folge)
PfeilWir Achtundsechziger (Teil vier)
PfeilProkop-Prozeß: Urteil bestätigt
PfeilFolter und Deportation
PfeilWir Achtundsechziger, Teil 3
PfeilErster Mai 2008
PfeilMai `68, zweiter Teil
PfeilWir Achtundsechziger
PfeilAus der Arbeit unseres Teams
PfeilLeseempfehlung:
PfeilArbeitssuche
PfeilSteiermark: Schubhaft abschaffen!
PfeilEmail-Aktion Bleiberecht jetzt !
PfeilGesamtösterreichische Kampagne
PfeilNie wieder! Darum:
PfeilAufkleber "NIE WIEDER! darum NEU WÄHLEN" und "Schubhaft ist Folter"
PfeilDie Aufrechten
PfeilVor siebzig Jahren
PfeilLeseempfehlung:
PfeilKreuzweg der Flüchtlinge
PfeilGedenkjahr 2008
PfeilEs wird weiter verhaftet!
PfeilAsyl in Not veröffentlicht brisantes Protokoll der Fremdenpolizei
PfeilVon Hessen lernen: Schubhaft-Platter muß weg
PfeilHetzjagd auf Tschetschenen in Kärnten:
PfeilSchubhaft ist Folter! Demonstration und Kundgebung: 26.01.2008 in Bludenz
PfeilWieder einmal brodelt der Sumpf

 
Asyl in Not
Asyl in Not

Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien