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Achtung: neues Spendenkonto von Asyl in Not! Raiffeisen 32000 Kontonummer 5.943.139
Liebe Leserin, lieber Leser! Stellen Sie sich vor, man verdächtigt Sie auf einmal: Sie hätten „an einem unbekannten Ort zu einer unbekannten Zeit eine nicht mehr feststellbare Menge Rauschgift an unbekannte Endabnehmer“ verkauft. Was würden Sie dazu sagen? Wie würden Sie sich verteidigen? Ihre Unschuld beweisen? Würden Sie diese Anschuldigung überhaupt ernst nehmen, so im ersten Augenblick? Na ja, aber – wenn Sie dann hinter Gittern säßen, und wenn Sie zum ersten Mal hörten, so zehn Jahre könnte das schon dauern, bis Sie wieder frei wären – wie ginge es Ihnen dann? Aber keine Sorge! Wahrscheinlich, liebe Leserin, lieber Leser, sind Sie ohnedies weiß. In Österreich geboren. Mit einem inländischen, hoffentlich halbwegs gut situierten Freundeskreis. Na, dann wäre es ja halb so schlimm, dann kämen Sie bestimmt bald wieder frei. Oder – nicht? Vorläufig wäre es wahrscheinlich noch so. Aber – wie lange noch? Der Film „Operation Spring“ von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber zeigt erschreckend deutlich, wie ein Netzwerk des Unrechts funktioniert. Er zeigt Menschen, die ums nackte Überleben kämpfen. Und: Verfolger, Polizisten, Richter - brave Bürger, brave Spießer, keiner Schuld bewusst. Er zeigt die Verlogenheit unseres „Rechts“-Systems: Dolmetscher übersetzen falsch; Richter wischen Beweisanträge der Verteidiger vom Tisch; anonyme „Zeugen“ liefern, um mildere Strafen zu erhalten, Unschuldige ans Messer; Medien hetzen… Am 1. Mai 1999 wurde Marcus Omofuma, Asylwerber aus Nigeria, von österreichischen Fremdenpolizisten umgebracht. Die Täter laufen noch immer frei herum. Viele, die dagegen demonstrierten, wurden als angebliche „Dealer“ zu hunderten Jahren Gefängnis verurteilt. Und was haben wir alle dagegen getan? Wir haben versagt. Wir waren ja auch noch nicht wirklich betroffen. Michael Genner Währingerstraße 59 Tel. 408 42 10-15
Asyl in Not,
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