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Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


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Währinger Straße 59/2/1
1090 Wien

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Michael Genner / buchcover_michael / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Ein Machtwort unserer Geschäftsführerin Kübra Atasoy...

Liebe Leute, als vor wenigen Wochen die sog. “Migrant_innenliste” von Gördü und Konsorten durch die Medien ging, weil der Biber denen wieder eine Plattform bot, stellte ich klar, worum es sich wirklich handelt: “Gegen Menschenrechte, gegen den Schutz religiöser und ethnischer Minderheiten, gegen kritische Stimmen gegen Erdoğan, Mursi und die Hamas. Dafür mit einer Melange aus AKP-Anhängern, osmanischen Enkerln, gräulichen Wölfen und 4Fingern.”

Zum besseren Verständnis: Osmanische Enkel, osmanlı torunu, ist die Selbstbezeichnung jener, die glauben, im Osmanischen Reich zu den Herrschern und Beamten zu gehören, statt zu den Schafhirt_innen und Landwirt_innen oder Sklav_innen. Die Bezeichnung soll Stolz ausdrücken. Die Enkel Abdülhamits. Mit den gräulichen Wölfen meine ich die Anhänger der türkischen MHP und die 4- Finger spielen auf die Mursi-liebenden Muslimbrüder an. Die Melange der aktuellen islamistisch-nationalistischen Verbrüderung.

Der angebliche Ehrenmann Gördü war sich nicht zu schade, meine Familie hier ins Spiel zu bringen, meinen Großvater sogar namentlich zu erwähnen:

“Super dass du osmanische Enkerln erwähnst, gruß an deinen Opa Aktas amca, als Baby haben deine Großeltern ne Woche auf mich aufgepasst liebe Kübra, vielleicht ist da einiges auf mich abgefärbt. #keinscherz ;)”

Osmanische Enkerl, meine verniedlichende Bezeichnung, möchte er hier gegen mich anwenden, weil Achtung: Witz!, ich die Enkelin meines Großvaters bin, der religiös ist und das ist der konstruierte Zusammenhang zum “Osmanisch-Sein”, also: Kurz: Aber, aber, die Kübra ist selber ein osmanisches Enkerl. Lustig, gell.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich u.a. aus einer (massiv) religiösen Familie komme, dass ich viel zu früh als es erträglich ist, verstanden habe, was das Patriarchat ist, dass ich koran- und sektenkundig bin, weil ich das alles kenne und recherchiere und dass die Religiösen in demokratischer Verkleidung (außer wahnsinnig nervtötend) eines sind: gefährlich.

Aber nein, liebe linken, österreichischen Freundinnen und Freunde, die gerne ihren Drang zum Exotismus an diesem Objekt ausleben: die sind nicht für euch gefährlich, diese Religiös-Organisierten, sie sind für uns gefährlich:

Für Lesben und Schwule, Kurd_innen mit politischer Meinung, Frauen* mit Freiheitsdrang und minimalem Verständnis für Gelaber, Atheist_innen nicht-weißer Hautfarbe, Armenier*innen. Griech_innen, die ermordet werden nicht so kuhl finden, Jüd*innen sowieso, Leute, die gerne nicht mit Kirche belästigt werden, Leute, die gerne Zeitungsberichte schreiben, die irgendwie irgendwas mit Objektivität zu tun haben, Fußballer mit Tätowierung, auf der “Freiheit” steht, Fußballerinnen, Kommunist_innen. Oh, und: Seit die AKP in der Türkei regiert, sterben übrigens so viele Frauen* wie noch nie in der Geschichte. Nochmal: Höchste Mordrate ever. EVER.

Wir können übrigens alle nicht in die Türkei einreisen, wie wir wollen. (Ihr schon, wir wissen es. Danke für die Urlaubsfotos). Die Gördüs fliegen munter ein und aus, um uns zu zeigen, wie frei das Land für die AKP-Fans ist und machen sich lustig über Oppositionelle. #truestory

Wir (alevitische Gemeinde, Journis, Kebabverkäufer mit politischer Meinung, Friseurin, Studis etc.) werden an der Grenze festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Unsere Kinder können ihre Großeltern nicht sehen. (Plot twist: Wir haben Familie in dem Land über das wir sprechen!)

Ich lache ja wirklich immer schon, über diese abstruse Interpretation postkolonialer Theorien, die es ermöglicht, dass das was sich hier noch als Linke bezeichnet, plötzlich solidarisch ist mit denen, die auf Seiten der Massaker stehen. Statt mit den Massakrierten zu stehen. (Pro-Tip: In der Türkei sind das ziemlich viele. Zur Info.)

Aber es ist eigentlich nicht zum Lachen. Der Gedanke nämlich, man müsse sich mit den türkischen Täter_innen identifizieren, weil sie ja “Arbeiterklasse” seien (Schön, hier auch die Ellipse: “Sie sind Arbeiterklasse, nicht wir (also ihr).”), dieser Gedanke ist zutiefst menschenfeindlich.

Aber, zurück zum Ausgangspunkt: mein Großvater ist 83 Jahre alt. 83 Jahre. Das ist ein ganz schön billiges Argument.

Mein Großvater ist 1935 geboren, 1964 mit den ersten Zügen als Gastarbeiter nach Österreich gekommen, hat seinen Körper hier durch Arbeit zerschunden, hat mit Freunden gesoffen, was das Zeug hält, war regelmäßig in den 70ern und 80ern am 1. Mai und dann als mit seiner Pensionierung, seine organisierte Identität, das Arbeiterdasein, ein Ende fand, suchte er eben eine andere Orientierung. Mein Großvater war übrigens nie religiös-politisch aktiv, in keiner Sekte, mein Opa ist nur eines geworden: alt. Mein Dede ist halt im Alter religiös geworden. Er hat leider erst spät überrissen, dass er Kurde ist, sonst wäre er vielleicht ein harmloser Folkloretänzer geworden.

Mit den organisierten Anhängern religiös-politischer Parteien hat das also genau gar nichts zu tun.

Ja, ich komme aus einer religiösen Familie. Das ist nichts, was mich beschämt. Ganz im Gegenteil:
Außer stolz, bin ich nur stolz auf meinen Großvater. Als ich mit 18 Jahren meine Familie in eine tiefe Krise gestürzt habe, weil ich -oh Schreck- in meine eigene Wohnung zog, war mein Großvater der einzige, der mich verteidigte. “Man muss mit der Zeit gehen”, sagte er. “Das Mädel weiß, was sie tut.”

Ich habe viel gelernt von meinem Großvater. Mutig sein, zum Beispiel. Arabisches Alphabet. Nicht aus den Konturen fahren beim Bilder anmalen. Und: Wenn dich einer haut, dann hältst du nicht die Wange hin, dann haust’ zurück. Doppelt so fest.

Und, dass man manche Konflikte auf der Straße löst, nicht in der Schreibstube.

Kübra Atasoy-Özoğlu
Geschäftsführerin von Asyl in Not
Stv. Obfrau

 
12. November 2018
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Am 5. November 2018 fand im Semperdepot unsere nunmehr 25. Benefizauktion “Kunstasyl” statt. 
 
Wir haben ein neues Format auf die Beine gestellte und freuen uns, dass unsere qualitativ hochwertige Auswahl der Bilder und Künstler_innen auf so reges Interesse gestoßen ist!
 
Wie schon berichtet, führten wir heuer die Auktion unter widrigsten Umständen durch. Die Solidarität unter den NGOs scheint zu bröckeln und manche, auch Einzelpersonen, scheinen ein Geschäft darin zu sehen, viele Bilder möglichst billig zu verkaufen. Wir erklären daher erneut, dass wir bei diesem Spiel nicht mitmachen werden.
 
Alleine dieses Jahr fanden in unserem näheren Umkreis bereits sechs Kunstauktionen statt und wir entschuldigen uns beim Neunerhaus für die Terminkollision.  
 
Für uns bedeutet unsere Benefizauktion aber mehr als unsere eigene Finanzierungsgrundlage. 
Asyl in Not kann auf die langjährige Unterstützung österreichischer Künstler_innen zurückblicken. Daher erklären wir uns mit unseren Künstlerinnen und Künstlern auch vollkommen solidarisch und werden beim Runterbieten der Werke nicht mitmachen.
 
Aufgrund dieser Umstände freuen wir uns auch besonders, verkünden zu dürfen, dass unser neues Format großen Anklang gefunden hat und wir am Abend der Auktion 42.000 Euro eingenommen haben. 
 
Um unsere Finanzierung für ein weiteres Jahr sicherzustellen, laden wir Sie aber alle herzlich dazu ein, noch ein Bild zu erwerben, für Ihre eigene Sammlung oder aber als Geschenk zu den Feiertagen. 
 
Bis zum Jahresende geht unser Verkauf weiter, allerdings zu festen Preisen, die mit unseren Künstler_innen vereinbart und von unserem Auktionator, Otto Hans Ressler, dem wir ganz herzlich danken, abgesegnet werden. 
 
Am 10. Dezember, bei unserem Benefizkonzert im WUK, werden wir die Werke wieder ausstellen und auch vor Ort verkaufen. 
 
Unsere Werkliste, die neben den heurigen Exponaten auch neue Werkspenden beinhalten wird, wird gerade aktualisiert.
 
Wir bedanken uns herzlichst bei Mag. Dayan Ozan Özoğlu, der bei der Auswahl der Bilder und im Künstler_innenkontakt hervorragende Arbeit geleistet hat und dieses neue, solidarische Format für uns gestaltet hat. 
 
Es war ein sehr schöner Abend und wir danken allen Künstler_innen und Käufer_innen, die uns auch heuer wieder unterstützt haben! 
 
Kübra Atasoy-Özoğlu
Geschäftsführerin und stv. Obfrau
6. November 2018


Asyl in Not
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t: 0650 733 95 64
f: 01/405 28 88
 
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www.kunstasyl.at
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Montag, 10. Dezember 2018 im WUK

 

„Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgungen Asyl zu suchen und zu genießen“. (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 14).
 
Liebe alle, ich werde ja gerade siebzig; morgen am 27. Oktober. Wir feiern das aber nicht jetzt, sondern am 10. Dezember 2018, dem Tag der Menschenrechte. Da veranstaltet Asyl in Not ein Benefizkonzert im WUK, im großen Saal, Beginn 19 Uhr, Eintritt: freie Spende! (Das heißt auf Deutsch: 10 Euro Minimum…)
 
Wir feiern am 10. Dezember den siebzigsten Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte - und zugleich siebzig Jahre Michael Genner... Es spielen die Tschuschenkapelle, Harri Stojka und Jelena Poprzan. Wir danken ihnen ganz herzlich! Allen, die zum Gelingen dieses Events ihren Beitrag schon geleistet haben oder noch leisten werden, ebenso.
 
Ich bitte euch alle zu kommen, denn die Veranstaltung ist nicht nur eine Geburtstagsfeier, sondern vor allem eine politische Manifestation. Ich freue mich auf euch! Und bitte: Keine Geburtstagsgeschenke, sondern Spenden für Asyl in Not! In Zeiten wie diesen darf unsere Kasse nicht leer sein…
 
Und kommt auch, bitte, zur Kunstauktion am 5. November ins Semperdepot: Von ihrem Erfolg hängt sehr viel ab!
 
www.kunstasyl.at
 
„Kunstasyl“, Montag 5. November, 19 Uhr,
Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste (Semperdepot)
Léhàrgasse 8, 1060 Wien.

 
Michael Genner
Obmann von Asyl in Not
27. Oktober 2018
 
www.kunstasyl.at
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Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien