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Preisträger der Dr. Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte (1991)

Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, ist Preisträger der Österreichischen Liga für Menschenrechte (2011) für besonders couragierte Verdienste zur Umsetzung des Menschenrechts auf Asyl.


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1090 Wien

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Mo. von 9 bis 15 Uhr

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Kunstasyl
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Geht’s mich was an…[1]
Wenn ein Deportierter in Afghanistan erschossen wird
 
Farhad war 29, als er starb. Zwei Jahre zuvor war er aus Afghanistan  nach Deutschland geflüchtet. Sein älterer Bruder hatte dort Schutz gefunden. Aber die Lage hatte sich geändert seither. Farhads Asylantrag wiesen die deutschen Behörden ab. Die EU hatte nämlich mit der korrupten afghanischen Regierung ein Rücknahmeabkommen geschlossen. Einen Teufelspakt.
 
Farhads Vater hatte in der kommunistischen Zeit als Offizier gegen die vom „freien Westen“ hochgerüsteten Islamisten gekämpft. Nach deren Machtergreifung war er in den Iran geflüchtet und später, nach dem vermeintlichen Sturz der Taliban, in seine Heimatregion  Herat zurückgekehrt. Wo die Taliban jetzt wieder auf dem Vormarsch sind.
 
Farhad wurde am 14. Februar 2017 von Deutschland in die afghanische Hauptstadt Kabul deportiert. Dort soll es ja sicherer sein als anderswo in Afghanistan. Obwohl es täglich Bombenanschläge gibt.
 
Farhad kannte niemanden in Kabul. Er konnte keine Arbeit finden. Unzählige junge Männer, Abgeschobene ebenso wie Binnenflüchtlinge, suchen dort vergeblich Arbeit. Sie leben auf der Straße, werden drogensüchtig, manche schaffen es, Dealer zu werden, ein gewaltiger sozialer Aufstieg, andere schließen sich den Terroristen an.
 
Farhad lehnte diese „Alternativen“ ab. Er ging in seine Heimatregion Herat, wo seine alten Eltern leben. Er meldete sich freiwillig als „Dorfschützer“, um die Menschen dieser Gegend gegen die Taliban zu verteidigen. Sein jüngerer Bruder und sein Cousin schlossen sich ihm an. Keiner von ihnen hatte irgendeine militärische Ausbildung. Sie gerieten am 10. Mai 2017 in einen Hinterhalt der Taliban. Farhad und sein Cousin wurden erschossen, sein Bruder überlebte schwer verletzt.
 
Der „freie Westen“ hat Afghanistan längst abgeschrieben, seine Truppen abgezogen. Das Land war wichtig, solange es dem antikommunistischen Kreuzzug diente. Wenn die Islamisten in den 80er-Jahren ein Dorf vom Kommunismus „befreiten“, war der erste, den sie erschossen, der Lehrer. Weil er den Kindern beigebracht hatte, daß Wissen wertvoller als Glauben ist.
 
Den jetzigen Kampf gegen die islamischen Faschisten hat der „freie Westen“ Menschen wie Farhad überlassen. Farhad ist auch für unsere Freiheit gefallen. Ehre seinem Andenken.
 
Michael Genner
Obmann von Asyl in Not
17. Juni 2017
 
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[1] Dieser Artikel erschien erstmals im „Augustin“, 7.-20.6.2017, in der Rubrik "Geht's mich was an?"
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In der Nacht von 30.05. auf 31.05. wurde Amir[1] nach Afghanistan abgeschoben. Er sitzt jetzt alleine in Kabul, hat Angst auf die Straßen zu gehen, kratzt mühsam Geld zusammen, um das Land schnell wieder verlassen zu können, nach Teheran, nach Islamabad, irgendwohin, wo es sicher ist.
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Buchvorstelllung
Donnerstag 1. Juni 2017, 17:30 Uhr
Universität Klagenfurt, HS 7, Mensa
Veranstaltung der ÖH Klagenfurt/Celovec

Michael Genner
Verleitung zum Aufstand. Ein Versuch über Widerstand und Antirassismus.
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Afghanistan bis not safe
#LasstUnsBleiben#LetUsStay

Asyl in Not unterstützt den Aufruf der Plattform für eine menschliche Asylpolitik
Demonstration, Samstag 20. Mai 2017, 14 Uhr, Karlsplatz - Bundeskanzleramt
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Ein schöner Erfolg für die Geflüchteten und für Asyl in Not. Ganz herzlicher Dank gebührt Caspar Einem und seiner Frau für diese großzügige Spende aus ihrer Kunstsammlung, die uns einen Erlös von rund 10.000.- Euro gebracht hat. Ebenso herzlich danke ich Otto Hans Ressler, der die Auktion durchführte, Ani Gülgün Mayr für die Moderation und Kübra Atasoy, die die Veranstaltung konzipiert und organisiert hat. Und ebenso natürlich den Käuferinnen und Käufern. Einige Bilder sind noch im Nachverkauf erhältlich. Wir freuen uns schon auf die große, jährliche Kunstasyl-Auktion im Herbst!
 
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Meine erste Begegnung mit Michael Genner war eine über sein Buch und seinen Vater vermittelte: 1980, lange vor meiner Zeit als Innenminister, hatte ich das Buch „Mein Vater Laurenz Genner. Ein Sozialist im Dorf“ gekauft und gelesen. Das war eine Zeit, in der ich Literatur über beachtliche Persönlichkeiten im Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus und für echte linke Politik geradezu verschlungen habe.
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Zur Veranstaltung am kommenden Freitag in der Albertina:

Die Kunst, zu verbinden
Freitag 7. April, ab 18 Uhr
Albertina, 1010 Wien
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Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien