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Kunstasyl 2008
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Wieder ein Jahr überlebt...

Wir danken allen denen, die uns in diesem schwierigen Jahr die Treue hielten. Nur zu gut erinnern wir uns an die Hetzkampagne quer durch Medien und Parteien, der wir am Beginn des Jahres 2007 ausgesetzt waren: Eine unheilige Allianz reaktionärster Elemente mit gesinnungslosen Verharmlosern einer rassistischen Politik
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Damals sind manche schwach geworden; hat sich Spreu vom Weizen geschieden. Wir erhielten täglich Morddrohungen und es wurde zum Spendenboykott aufgerufen gegen uns. Manche hielten uns damals für erledigt. Aber – die Karawane zieht weiter… Wir haben es trotz alledem geschafft.
 
Liese Prokop war austauschbar und wurde ausgetauscht. Ihr Nachfolger ist noch schlimmer als sie. Gegen ihn erhob sich eine breite Bewegung für das Bleiberecht, zu der wir nach unseren Kräften beitragen.
 
Diese Bewegung hatte schon 2006 begonnen: mit unserer erfolgreichen Kampagne für die Schülerin Relly aus dem Gymnasium Ödenburgergasse in Wien, getragen von der Solidarität ihrer Schulgemeinschaft, maßgeblich unterstützt von Asyl in Not. Relly war damals für kurze Zeit eine Symbolfigur des Widerstands, wie es nun Arigona aus Frankenburg geworden ist.
 
Aber darüber haben wir nicht die namenlosen, schwer traumatisierten Flüchtlinge vergessen, die in der Schubhaft verschwinden und keine Lobby haben.
 
Daher haben wir auch die Kampagne gegen die Schubhaft mit unserer ganzen, bescheidenen Kraft geführt, getreu den Beschlüssen des österreichischen Asylforums im vorigen Jahr. Während die großen, ach so caritativen Organisationen sich fast völlig ausgeklinkt hatten, nach dem Motto: Wes’ Brot ich ess’…
 
Das Unrecht hat Namen und Adresse.
 
Daher stellen wir die Schuldigen an den Pranger. Von ganz oben (Prokop, Platter) bis ganz unten: Heuer taten sich wieder besonders der Traiskirchner Fremdenpolizist Nikolaus Schantl, der Asylamtsdirektor Andritsch in Eisenstadt und die Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See hervor; gegen Schantl hat Rechtsanwalt Pochieser eine Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauchs eingebracht.
 
Asyl in Not schließt mit dem Unrecht keinen Frieden. Mögen sie uns hassen – solange sie uns auch fürchten. Würden sie uns einmal loben, wüssten wir: Wir wären auf dem falschen Weg.
 
Michael Genner
Obmann von Asyl in Not
 
Währingerstraße 59
1090 Wien
 
Tel. 408 42 10-15, 0676 – 63 64 371
 
Spendenkonto:
Raiffeisen, Kontonummer 5.943.139, Asyl in Not
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Asyl in Not, Währingerstraße 59, A-1090 Wien